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HUSABERG Geschichte
HUSABERG Geschichte
Februar 1988: Der erste Husaberg Prototyp wird einer Gruppe von ausgewählten Investoren, Regierungsvertretern und anderen VIPs präsentiert. Bei gepflegter Konversation und Champagner aus Pappbechern wartet die illustre Gästeschar gespannt auf den Testlauf der aller ersten Husaberg, ein Motorrad dessen Spritbehälter eine Plastikflasche ist und auch ansonsten einige „Basteleien“ aufweist, aber trotzdem bereit ist eine Revolution auszulösen.

Dieser erste Prototyp sollte den wichtigen Gästen demonstrieren, dass die Anstrengungen und Investitionen der vergangenen 12 Monate nicht umsonst gewesen sind. Und tatsächlich, beim ersten Versuch erwacht die Husaberg mit einem beeindruckenden 4-Takt Grollen zum Leben. Der Motor hält sauber das Standgas und reagiert spontan auf jede Gasgriffbewegung. Applaus brandet auf, es gibt lachende Gesichter, Jubel und Schulterklopfen.
Die erste HUSABERG (FE501)

Da sich Thomas Gustavsson vor der Testfahrt erst seine Endurobekleidung anziehen muss wird der Motor wieder abgestellt, und als er das Motorrad wieder startet verschwindet das Lächeln schlagartig von den Gesichtern. Beim ersten Kick verkündet ein lauter Knall das Ende des kurzen Lebens des Prototypen, öldurchtränkte Teile liegen überall vor den Füssen des Publikums verteilt.

Später sollte sich herausstellen, dass ein extrem wettbewerbsorientierter Ingeneur Löcher in das Starterritzel gebohrt hatte um Gewicht zu sparen, und dabei die verbleibende Stabilität des Teils wohl zu optimistisch eingeschätzt hatte. Zwei Tage und ein paar Schweißarbeiten später lief der Husaberg Motor wieder. Aber das ist eine andere Geschichte, und nur der Anfang...

Der erste öffentliche Auftritt des Husaberg Prototypen fand bei einem Endurorennen im südschwedischen Skillingaryd statt. Thomas Gustavsson, Husaberg’s Chefentwickler und Vordenker schob ein unauffälliges Motorrad ohne Markenlogo oder Namen zur technischen Abnahme. Nur die Handschützer waren mit den Buchstaben „HMA“ versehen. HMA steht für Husaberg Motor AB, nur einer von vielen ins Auge gefassten Namensvorschlägen für das neue Unternehmen (ein anderer war z.B. MAXAM). Jedenfalls gab es noch keine endgültige Entscheidung, welchen Namen das Kind tragen sollte.

Bei der technischen Abnahme fragten die Organisatoren nach der Marke des Motorrades, und Gustavsson versuchte ihnen die Situation zu erklären. Die Offiziellen weigerten sich zu verstehen oder konnten es einfach nicht verstehen und stellten den Fahrer vor die Wahl: „Entweder du nennst uns einen Markennamen oder du wirst nicht an den Start gehen.“ Nicht zu starten war keine Option, also nannte Thomas Gustavsson ihnen den Namen „Husaberg Motor AB“, und somit wurde dieser als offizieller Markenname fixiert.
HUSABERG Prototyp

Schweden ist ein Land mit einer langjährigen Rennsport Tradition. Ein derart großes Land mit knapp 9 Millionen Einwohnern bietet dafür perfekte Bedingungen: große Distanzen, wenige Straßen – die Notwenigkeit von schneller, motorisierter Fortbewegung ist offensichtlich. So verwundert es nicht, dass praktisch für jede Art von motorisierten Fortbewegungsmitteln Rennen existieren: Motocross, Enduro, Trial, Hillclimbing, Speedway, Eisrennen, Straßenrennen – so ziemlich alles was man sich vorstellen kann.

Motorsport ist genauso untrennbar mit Schweden verbunden wie Fußball mit Brasilien. Husaberg stellt natürlich einen Teil dieser großartigen Rennsport Tradition dar. Aber die Bedeutung von Motorsport für Husaberg geht viel weiter als diese Tradition. Wenn man versucht das Wesen von Husaberg zu begreifen, muss man versuchen das spezielle „Husaberg Rennfieber“ nachzuvollziehen.

Technischer Mut ist schneller als Geld.
Husaberg wurde von „Rennsportfanatikern“ mit dem Ehrgeiz gegründet, nur reine Rennmotorräder zu bauen. Daher war von Anfang an klar, dass Husaberg zwangsläufig Rennsport betreiben würde. Sowohl auf regionalem und nationalem Niveau als auch dort wo sich die Besten der Welt messen, in den Europa- und Weltmeisterschaften. Dennoch standen die Erfolgschancen am Anfang eher schlecht: Eine Armada von hochprofessionellen und bestens finanzierten Werksteams gegen eine Truppe von Rennsportenthusiasten aus einer Scheune in Schweden.

Aber Geld ist nicht die wichtigste Zutat im Motorsport: der Mangel an finanziellen Mitteln wurde durch den Mut zu technischen Innovationen ausgeglichen, und da kein Geld vorhanden war um teure Star-Piloten einzukaufen waren die Fahrer junge, talentierte und erfolgshungrige Rookies. Die Liste berühmter Fahrer die eine Husaberg pilotierten ist ein Who-is-Who des Motorsports: Joel Smets, Jimmie Eriksson, Walter Bartolini, Kent Karlsson, Anders Eriksson, Jaroslav Katrinak, Peter Jansson...

Der legendäre Novemberkåsan ist eines der schwersten Offroad Rennen weltweit. Die Mannschaft von Husaberg ist auf jeden einzelnen ihrer Fahrer stolz, der daran teilnimmt. Am Ende ist jeder, der tapfer genug ist in diesem Rennen an den Start zu gehen ein Sieger für sie, ein Held! Auch wenn er nicht gewinnt. Siegestrophäen sind nicht das wichtigste für Husaberg, sondern die Liebe zum Rennsport.

Die Liebe zum Rennsport ist nicht umzubringen.
Genauer gesagt ist diese Liebe zum Rennsport der wahre Kern von Husaberg. Eigentlich alles was Husaberg so einzigartig macht kann dadurch erklärt werden. Ein entscheidender Punkt ist, dass man die Liebe zum Rennsport nicht lernen kann, man hat sie oder man hat sie nicht. Obwohl die Motorräder seit 2003 bei der Muttergesellschaft KTM assembliert werden ist die Einzigartigkeit einer Husaberg dennoch erhalten geblieben. Was sich mit der Verlagerung der Assemblierung geändert hat ist der Zugriff auf ISO-zertifizierte Qualitätskontrolle und modernste Produktionstechnologie. Unabhängig davon gedeiht Husaberg’s Liebe zum Rennsport weiterhin in der Motorsport- und Entwicklungsabteilung in Schweden.
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